Dr. Hermann Eiselen l Stiftung fiat panis

Foto: Vater und Sohn Eiselen Stiftung, Ulm
Foto: Vater und Sohn Eiselen Stiftung, Ulm

Dr. Hermann Eiselen (1926–2009)

Unternehmer, Stifter und Wegbereiter privater Forschungsförderung im Kampf gegen Hunger und Armut

Hermann Eiselen wurde 1926 in Nagold geboren und studierte Wirtschaftswissenschaften in Stuttgart und Heidelberg. Nach seiner Promotion 1951 in Göttingen trat er 1954 als geschäftsführender Gesellschafter in das Familienunternehmen Ulmer Spatz Vater und Sohn Eiselen ein.

Gemeinsam mit seinem Vater gründete er 1955 das Deutsche Brotmuseum in Ulm, das heutige Museum Brot und Kunst. 1978 folgte die Gründung der gemeinnützigen Vater und Sohn Eiselen-Stiftung. Im Jahr 2000 gründete Hermann Eiselen schließlich die Stiftung fiat panis, die sein Engagement für die Forschungsförderung im Bereich der Welternährung langfristig fortführen sollte.

Zeit seines Lebens setzte sich Hermann Eiselen intensiv mit Fragen der Welternährung, Ernährungssicherung und Armutsbekämpfung auseinander. In zahlreichen Publikationen und Vorträgen betonte er insbesondere die Bedeutung der Agrarforschung für eine Welt ohne Hunger. Für sein Engagement wurde er unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und der Ehrendoktorwürde der Universität Hohenheim ausgezeichnet.

Hermann Eiselen starb 2009 im Alter von 83 Jahren.

Forschung für eine Welt frei von Hunger

Die Stiftung fiat panis – lateinisch für „Es werde Brot“ – führt Hermann Eiselens Engagement für die Forschungsförderung zur Verbesserung der Welternährung fort. Im Mittelpunkt steht die Förderung von Wissenschaft und wissenschaftlichem Nachwuchs, insbesondere zu Fragen der Ernährungssicherung sowie der Bekämpfung von Hunger und ländlicher Armut.

Mit der Universität Hohenheim verbindet die Stiftung eine langjährige Zusammenarbeit. Unter anderem unterstützt sie mit dem Dr. Hermann Eiselen Stipendien-Programm Studierende bei Forschungsaufenthalten für Masterarbeiten in Ländern des Globalen Südens und fördert weitere Aktivitäten im Bereich der Ernährungssicherung.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Würdigung herausragender wissenschaftlicher Leistungen. Hierzu vergibt die Stiftung drei Wissenschaftspreise, die unterschiedliche Karrierestufen abdecken – von Masterarbeiten über Dissertationen bis hin zu herausragenden wissenschaftlichen Lebensleistungen.

Preise

Justus von Liebig Preis für Welternährung

Der Justus von Liebig Preis für Welternährung würdigt Personen oder Institutionen, die durch herausragende wissenschaftliche Leistungen, bedeutende Innovationen oder ein besonderes Lebenswerk zur Verbesserung der Welternährung beigetragen haben.

Im Gegensatz zu den beiden Nachwuchspreisen steht hier nicht eine einzelne Abschlussarbeit im Mittelpunkt, sondern ein umfassender wissenschaftlicher oder praktischer Beitrag zur Bekämpfung von Hunger und ländlicher Armut.

Dotierung: 25.000 €
Turnus: alle zwei Jahre
Schwerpunkt: Herausragende Leistungen und Lebenswerke für die Welternährung

Preisträger 2025: Dr. Sunday Ekesi

Der international renommierte Insektenforscher wurde für seine wissenschaftlichen Leistungen und deren praktische Bedeutung für nachhaltige Landwirtschaft und Ernährungssicherung in Afrika ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Tropentags 2025 an der Universität Bonn statt.

Hermann-Eiselen Wissenschaftspreis

Der Hermann Eiselen-Wissenschaftspreis würdigt exzellente Dissertationen, die einen innovativen wissenschaftlichen Beitrag zur Verbesserung der Ernährungssituation in Entwicklungsländern leisten. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre vergeben und richtet sich an besonders qualifizierte Nachwuchswissenschaftler:innen.

Der Wissenschaftspreis besteht bereits seit 1986 und trägt seit 2021 den Namen Hermann Eiselens.

Dotierung: 30.000 €
Turnus: alle zwei Jahre
Schwerpunkt: Herausragende Dissertationen zur Ernährungssicherung

Der Hermann Eiselen-Wissenschaftspreis 2026 wird im September 2026 an der Universität Göttingen verliehen.

Hans-Ruthenberg-Graduierten-Förderpreis

Der Hans H. Ruthenberg-Graduierten-Förderpreis zeichnet seit 1999 herausragende Diplom- und Masterarbeiten aus, die einen Beitrag zur Verbesserung der Ernährungssituation in Entwicklungsländern leisten. Der Preis richtet sich insbesondere an Nachwuchswissenschaftler:innen am Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn.

Dotierung: 2.500 € je ausgezeichnete Arbeit
Vergeben seit: 1999
Schwerpunkt: Herausragende Diplom- und Masterarbeiten

Preisträger 2025:
Chiara Masser, Simone Martina Dani Melder und Gabriel Alejandro Villanueva Zapata